Das brauchst du

Kein IT-Vorwissen und kein Programm. Papier und Stift reichen. Alle Namen und Nummern sind erfundene Beispiele.

Das nimmst du mit

Du verstehst mit vier Bildern, warum Daten auf mehrere passende Listen verteilt werden und wie Nummern die Listen zusammenhalten.

Schritt 01

Erst einmal: Was ist eine Datenbank?

Stell dir einen kleinen Laden vor. Auf einem Zettel stehen die Kunden. Auf einem zweiten die verkauften Dinge. Auf einem dritten steht, wer etwas bestellt hat.

Eine Datenbank ist eine geordnete Sammlung solcher Informationen auf dem Computer. In einer relationalen Datenbank liegen die Informationen in Tabellen, die miteinander verbunden werden können. „Relational“ bedeutet hier: Die Listen haben Beziehungen zueinander.

Tabelle
Eine Liste mit gleich aufgebauten Einträgen, zum Beispiel eine Kundenliste.
Zeile
Ein Eintrag von links nach rechts. In der Kundenliste ist das zum Beispiel Lea.
Spalte
Eine Art von Angabe von oben nach unten, zum Beispiel die Namen aller Kunden.
Feld
Ein einzelnes Fach an der Kreuzung von Zeile und Spalte. Dort steht zum Beispiel Leas Name.

Du kannst dir die Tabellen wie beschriftete Kisten mit Fächern vorstellen. Wir räumen diese Kisten gemeinsam auf. Die Aufräumregeln heißen Normalformen.

Schritt 02

Unser Beispiel: Lea bestellt zwei verschiedene Dinge

Lea Winter bestellt eine Tastatur und zwei Mäuse. Eine Maus ist hier die Computermaus. Die Bestellung bekommt die Nummer B100. Lea bekommt die Kundennummer K10. Die Tastatur heißt in unserer Artikelliste A1, die Maus A2.

Warum Nummern? Zwei Menschen dürfen denselben Namen haben. Die Nummer verrät trotzdem eindeutig, welchen Kunden wir meinen. Solch eine Kennung heißt auch ID. Sie ist nicht einfach die Zeilennummer, die sich beim Sortieren ändern kann.

Ein schlechter erster Versuch wäre, „Tastatur, Maus“ in ein einziges Feld zu schreiben und „1, 2“ in ein zweites. Welche Menge gehört dann wohin? Ein fehlendes Komma kann alles durcheinanderbringen.

Schritt 03

1. Normalform: Ein Fach pro Angabe

1Nicht alles in ein Fach stopfen
Vorher
Ein Feld: Was wurde bestellt?
Tastatur, Maus
→
Nachher
Zwei getrennte Zeilen
Tastatur Menge: 1
Maus Menge: 2
Erste Normalform: Jede bestellte Artikelart bekommt hier eine eigene Zeile. Artikel und Menge haben eigene Felder. Wie bei einer Kiste mit getrennten Fächern.

Schreibe die Tastatur in eine Zeile und die Maus in die nächste. Die Menge bekommt eine eigene Spalte. So kann das Programm gezielt nach Mäusen suchen und die Mengen zählen.

Schreibe auch nicht Artikel1, Artikel2 und Artikel3 als immer neue Spalten. Beim vierten Artikel wäre schon wieder Umbauen nötig. Weitere Artikel passen besser in weitere Zeilen.

Unsere erste aufgeräumte Liste: noch nicht fertig
BestellungKundeNameArtikelBezeichnungMenge
B100K10Lea WinterA1Tastatur1
B100K10Lea WinterA2Maus2

Ein Name darf aus mehreren Wörtern bestehen. „Eine Angabe“ heißt hier nicht „ein einziges Wort“. Entscheidend ist: Wir verstecken keine Liste mehrerer bestellter Artikel in einem Fach.

Wir vereinbaren für dieses Beispiel: Derselbe Artikel steht in einer Bestellung nur einmal; weitere Stücke erhöhen die Menge. Dann erkennen Bestellnummer und Artikelnummer zusammen jede Zeile eindeutig. Diese Erkennung heißt Schlüssel. B100 allein reicht nicht, denn B100 kommt in zwei Zeilen vor.

So erkennst du, dass es klappt

Du findest für B100 zwei Zeilen: eine Tastatur und zwei Mäuse. Du musst keine Kommaliste auseinandernehmen.

Schritt 04

2. Normalform: Was gehört zu welcher Sache?

2Die passende Kiste für jede Angabe
Vorher: Alles steht auf jeder Bestellzeile
B100 + A1 → Lea Winter · Tastatur · Menge 1
↓ aufteilen
Artikel
A1 → Tastatur
Der Name gehört zum Artikel.
Bestellung
B100 → K10 Lea Winter
Der Kunde gehört zur Bestellung.
Bestellposition
B100 + A1 → Menge 1
Die Menge braucht beide Nummern.
Zweite Normalform: „Tastatur“ braucht nur A1. Wer bestellt, braucht nur B100. Wie viele Tastaturen in B100 liegen, braucht B100 und A1 zusammen. Eine Bestellposition ist eine einzelne Zeile der Bestellung.

Wir fragen bei jeder Angabe: Wozu gehört sie? „Tastatur“ beschreibt den Artikel A1, auch wenn morgen jemand anderes ihn kauft. Der Kunde von B100 gehört zur Bestellung B100, egal welcher Artikel darin liegt.

Die Menge ist anders: „1“ beschreibt, wie viele Tastaturen gerade in B100 liegen. Dafür brauchen wir die Bestellung und den Artikel.

Deshalb bekommt jede dieser Aufgaben ihre eigene Liste: Artikel, Bestellungen und Bestellpositionen. Der noch vorhandene Kundenname wird im nächsten Schritt aufgeräumt.

Das Fachwort noch einmal langsam

Unser Schlüssel besteht aus zwei Teilen: Bestell-ID und Artikel-ID. Eine zusätzliche Angabe darf in dieser Tabelle nicht nur zu einem dieser beiden Teile gehören. Das ist hier der entscheidende Schritt zur zweiten Normalform. Eine neue laufende Nummer würde das Wiederholen der Informationen allein noch nicht beheben.

So erkennst du, dass es klappt

Der Artikelname steht in der Artikelliste. Die bestellte Menge bleibt bei der Kombination aus Bestellung und Artikel.

Schritt 05

3. Normalform: Leas Name gehört zu Lea

3Leas Namen nur an einer Stelle merken
Vorher
Bestellungen
B100 · K10 · Lea Winter
B101 · K10 · Lea Winter
→
Nachher
Kunden
K10 → Lea Winter
Bestellungen
B100 → K10
B101 → K10
Dritte Normalform: Der aktuelle Name steht beim Kunden. In jeder Bestellung steht nur seine Nummer K10. So wissen beide Bestellungen: Sie gehören zu derselben Lea.

Lea bestellt später noch einmal. Die neue Bestellung heißt B101. Würden wir ihren Namen jedes Mal abschreiben, stünde er bei zehn Bestellungen zehnmal dort.

Das machen wir einfacher: In der Kundenliste steht K10 = Lea Winter. In B100 und B101 steht nur K10. Ändert sich Leas aktueller Name, ändern wir ihn an einer Stelle in der Kundenliste.

Die Nummer K10 ist wie ein Hinweiszettel: „Den Namen findest du bei Kunde K10.“ Das Programm kann diesem Hinweis folgen.

Warum das die dritte Normalform ist

Die zweite Normalform muss vorher erfüllt sein. In unserer Bestellung führt der Weg zum Namen über eine andere Angabe: B100 gehört zu K10, und K10 bestimmt den Namen. Deshalb ziehen die aktuellen Kundendaten in eine eigene Tabelle. Das ist eine vereinfachte Erklärung für genau diesen Aufbau.

So erkennst du, dass es klappt

Leas aktueller Name steht einmal in der Kundenliste. Beide Bestellungen finden sie über K10 wieder.

Schritt 06

So passen alle vier Listen wieder zusammen

4Die Nummern verbinden unsere vier Listen
1 · Kunden
K10 Lea Winter
Hier steht der aktuelle Name.
↓ K10 wiederfinden
2 · Bestellungen
B100 gehört zu K10
B101 gehört zu K10
↓ B100 wiederfinden
3 · Bestellpositionen
B100 + A1 · Menge 1
B100 + A2 · Menge 2
↓ A1 und A2 nachschlagen
4 · Artikel
A1 Tastatur
A2 Maus
Lies von oben nach unten: Lea K10 hat Bestellung B100. Darin stehen ein Stück A1 und zwei Stück A2. Die Artikelliste verrät: A1 ist eine Tastatur, A2 ist eine Maus. Keine Information geht beim Aufteilen verloren.

Du musst die Angaben also nicht verlieren oder immer neu abschreiben. Du legst sie passend ab und verbindest die Listen durch Nummern. Eine Datenbank kann zusätzlich prüfen, ob eine verwendete Kunden- oder Artikelnummer wirklich vorhanden ist. Eine solche Verweisnummer nennt man Fremdschlüssel.

Zum Mitmachen auf Papier

Zeichne vier Kästen: Kunden, Bestellungen, Bestellpositionen, Artikel. Übertrage die Einträge aus dem Bild. Fahre mit dem Finger den Weg von K10 bis zur Maus A2 nach. Du hast gerade eine Beziehung zwischen Daten verfolgt.

Schritt 07

Eine wichtige Ausnahme und dein nächster Schritt

Aktuelle Angaben und frühere Vereinbarungen sind nicht dasselbe. Kostet die Maus heute 20 Euro und morgen 25 Euro, darf eine alte Bestellung dadurch nicht teurer werden. Der damals vereinbarte Preis gehört deshalb zur damaligen Bestellposition. Auch eine ausgestellte Rechnung kann den Namen und die Anschrift von damals festhalten.

Plane außerdem, welche Angaben erlaubt sind: Eine Menge gehört in eine Zahlenspalte. Ein Datum braucht eine Datumsdarstellung. Geld muss mit passenden Rundungsregeln gespeichert werden. Die Regeln legt man vor dem Programmieren fest.

Die Bilder erklären die ersten drei Normalformen an unserem kleinen Beispiel. Für kompliziertere Daten gibt es weitere Regeln und Sonderfälle. Du musst sie für diesen ersten Schritt noch nicht kennen.

Wenn die Listen stehen, möchtest du sie lesen können. Dafür gibt es SQL, eine Sprache für Anweisungen an die Datenbank. Hier lernst du deine erste SQL-Abfrage, wieder Schritt für Schritt.

Ein Schritt weiter. Die passenden nächsten Anleitungen findest du unten.

Quellen & Stand

Quellenrecherche und Bearbeitungsstand: 30.10.2026. Eigene Beispiele dienen dem Lernen. Menüs können sich je nach Softwareversion unterscheiden. Diese Anleitungen wurden anhand der genannten Dokumentation erstellt; ein Praxistest aller Programme auf deinem Gerät ist damit nicht verbunden.